Die Leuchtturmwärter – Emma Stonex

Das mysteriöse Verschwinden dreier Leuchtturmwärter

1972. Kurz vorm Jahreswechsel verschwinden die Leuchtturmwärter Arthur, Bill und Vince vom „Maiden Rock“, einem Leuchtturm mitten im Meer, fünfzehn Seemeilen vom Festland entfernt. Die Tür ist von innen verschlossen, der Tisch für zwei gedeckt, beide Uhren sind zeitgleich stehen geblieben.

1992. Der Autor Dan Sharp möchte ein Buch über das mysteriöse Verschwinden der Männer schreiben. Er nimmt Kontakt zu den Frauen der Vermissten auf, um ihre Geschichten zu hören. Helen, Jenny und Michelle gehen unterschiedlich mit dem rätselhaften Vorfall um: Helen gibt einer Welle die Schuld, Jenny hat mehr Fantasie. Michelle schweigt. Nach und nach kommen bisher unausgesprochene Details ans Licht. Wohin werden die Recherchen führen?

Wahrer Hintergrund

Emma Stonex hat sich von einem Fall aus dem Jahre 1900 inspirieren lassen. Bis heute ist ungeklärt, was mit James Ducat, Thomas Marshall und Donald McArthur geschah. Die drei Männer verschwanden vom Flannan Isles Lighthouse und wurden nie gefunden.

Die Story ist geheimnisvoll, unergründlich, dunkel. Und sie hat einen wahren Kern. Dieser Fakt hat meine Gefühle beim Lesen intensiviert.

Einstieg

Ich habe ein paar Seiten gebraucht, um in die Geschichte zu finden. Anfangs kam mir vieles zu ausgeschmückt und beschreibend vor. Die Autorin hat das Buch abwechslungsreich gestaltet, neben dem Text gibt es Zeitungsartikel, Briefe und Befragungen, die das Ganze auflockern. Nach kurzer Zeit hatte mich der Roman und ich war mit Spannung dabei.

Verlauf

Die Geschichte wird in XII Teilen und 60 Kapiteln erzählt. Überrascht hat mich die Dialogform, die Emma Stonex gewählt hat. Wenn sich Dan mit Helen oder Jenny unterhält, wird uns kein Wortwechsel, sondern ein seitenlanger Monolog präsentiert. Einzelne Wörter aus der Antwort oder die Frage des Autors werden wiederholt, den Rest müssen (und können) wir uns denken. Eine Idee, die mich einen Augenblick stutzen ließ, mir dann aber gefallen hat.

Ich hatte keine Ahnung von dem Leben, das Leuchtturmwärter früher gelebt haben. Durch die – meiner Meinung nach gut recherchierten – Ausführungen der Autorin habe ich tiefe Einblicke gewonnen. Mich hat der Beruf und alles, was er mit sich brachte, beeindruckt.

Fesselnd

Mein Interesse war zügig geweckt – und es hat nie nachgelassen, sondern mit jedem Satz zugenommen. Der vielseitige Aufbau hat mir gefallen, das Lesen gestaltete sich unterhaltsam.

Es gibt immer wieder Andeutungen, die auf diese oder jene Person hindeuten. Es gibt Einblicke von den Männern, die etwas anderes vermuten lassen. Und es gibt die Berichte der Frauen, die nicht minder geheimnisvoll und alle Theorien umstoßend daherkommen. Es fiel mir schwer, mich für eine Annahme zu entscheiden. Es ist ein Rätselraten, das ganz automatisch im Kopf abläuft. In meinen Lesepausen habe ich an das Buch gedacht, loslassen wollte es mich – auch jetzt, nach Beendigung – nicht.

Fazit

Mysteriös. Abwechslungsreich erzählt. Spannend bis zum Schluss.

4/5!

Die Leuchtturmwärter: Roman

432 Seiten / ISBN: 978-3-10-397037-1 / Übersetzung: Eva Kemper


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