Die Liebe kommt auf Zehenspitzen – Kristina Günak

Darum geht’s

In „Die Liebe kommt auf Zehenspitzen“ geht es um die 30-jährige Lucy, die an einem Liebesroman schreibt, und den Allgemeinmediziner Ben. Die beiden bilden eine Fahrgemeinschaft, denn es ist Weihnachten und sie wollen in dieselbe Richtung: Lucy will ihre Familie in Klein Wöhrde besuchen, Ben seine Freunde in Husum – doch so weit kommen sie nicht. Ein Schneesturm legt alles lahm, nur mit Glück müssen sie die Nacht nicht frierend auf einem Parkplatz verbringen, sondern finden Unterschlupf bei Dorle. Niemand ahnt, dass die Begegnung mit der betagten Dame auf dem alten Hof in dem idyllischen Dörfchen das Leben aller verändern wird…

Nebulös

Ja, meine Inhaltsangabe ist recht vage, aber ich finde, dass der Klappentext zu viel verrät. Ich hätte die genauen Umstände, die die Geschichte ja erst so richtig in Gang setzen, lieber selbst entdeckt. Mit Bens Problemen ging es mir ähnlich. Der Verlauf ist recht absehbar, so dass ich die kleinen Überraschungen, die die Story bereithält, gerne selbst ergründet hätte. Zumal später auch viel Alltag beschrieben wird, was ich grundsätzlich sogar sehr gerne mag, aber wer hat schon was gegen unvorhergesehene Ereignisse in einem Buch? Ich gehe generell gerne ohne großes Vorwissen an Bücher heran, aber das ist sicherlich Geschmackssache.

Im zweiten Anlauf

Um ehrlich zu sein, habe ich schon einmal in das Buch reingelesen, es aber nach wenigen Seiten wieder weggelegt. Nur die Meinung meiner liebsten Rezensentin hat mich noch einen zweiten Versuch starten lassen – und diesmal hat mich die Geschichte dann doch gekriegt.

Themen 

Es geht in dem Buch um einige wichtige Themen, beispielsweise Einsamkeit oder psychische Krankheiten. Ich finde, dass damit jeweils sehr gut umgegangen wird.

Vor allem geht es aber auch um die Wichtigkeit des Mutigseins. Es macht wirklich Lust darauf,  mal wieder etwas zu wagen.

Es geht um Zusammenhalt, Freundschaft – und natürlich um die Liebe.

„Liebe hatte so viele Facetten, und schlussendlich kam sie dann doch daher, wie es ihr passte.“ (S. 297)

Figuren

Die beiden Protagonisten haben mir gut gefallen. Beide sind sympathisch, haben Ecken und Kanten, wirken authentisch und handeln größtenteils glaubwürdig. 

Auch die (zum Teil sehr eigenen) Nebenfiguren konnten mich überzeugen. Die Dorfgemeinschaft ist so herzlich und offen, dass man sie einfach nur mögen kann.

Stil

„Die Liebe kommt auf Zehenspitzen“ war mein erstes Buch der Autorin. Sie schreibt frisch und leicht, teils humorvoll, teils einfühlsam. Ich konnte die Geschichte sehr schnell auslesen und kann mir durchaus vorstellen, noch etwas von ihr zu probieren.

Witzigerweise musste ich mehrmals nach Beenden eines Kapitels zurückblättern, weil ich dachte, ich hätte eine Seite übersprungen. Irgendwie kam das Ende manchmal so abrupt, dass ich darauf nicht vorbereitet war. 

Niedlich

Insgesamt ist das Buch für mich eine Mischung aus nicht ganz ernstzunehmen, weil ein bisschen übertrieben, und dann mit doch wieder verdammt ernsten Themen, die auch entsprechend behandelt werden. In erster Linie und zusammenfassend würde ich es als wirklich niedlich bezeichnen. Es gab einige sehr liebenswürdige Ideen und sanfte Momente. Insbesondere die sehr langsame Annäherung der beiden fand ich echt süß und passend.

Fazit

Für mich im zweiten Anlauf ein niedlicher Roman für zwischendurch. Tolle Dorfidylle. Ganz langsame Annäherung. Und ich habe Lust gekriegt, mal wieder meine Nägel zu lackieren, haha.

3,5/5!

Die Liebe kommt auf Zehenspitzen: Roman

318 Seiten /  ISBN: 978-3-404-18009-7


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