Fürchte die Schatten – Michael Robotham

Der Fall „Angel Face“

„Fürchte die Schatten“ beginnt damit, dass der forensische Psychologe Cyrus Haven die ehemalige Special Constable Sacha Hopewell aufgespürt hat. Sie war es, die damals „Angel Face“ fand. Vor den nicht aufhörenden Fragen von Reportern und anderen musste sie aus London fliehen und untertauchen. Cyrus erhofft sich Informationen von ihr, denn das Schicksal von Evie, wie sie heute heißt, lässt ihn, nicht nur als ehemaligen Vormund, nicht los.

Früher als geplant muss er allerdings zurück nach Nottingham. Ein ehemaliger Ex-Detective soll Selbstmord begangen haben. Abgesehen davon, dass alles inszeniert aussieht, ist Cyrus alarmiert: Ganz offensichtlich hat der seit einem halben Jahr frühzeitig pensionierte Ermittler in einem Fall recherchiert – und er hat sich den Namen „Angel Face“ notiert…

Reihe

„Fürchte die Schatten“ ist Teil 2 der Reihe um den forensischen Psychologen Cyrus Haven. Teil 1 („Schweige still“) hat mir so gut gefallen, dass ich die komplette Reihe lesen möchte.

Das Buch knüpft direkt an den Vorgänger an, der die Vergangenheit von Evie Cormac nicht vollkommen aufgedeckt hat. Ich war nach Beenden des ersten Bandes nicht besonders glücklich. Es war ein gutes Buch, zweifellos, aber es waren noch so viele Fragen offen. Hier habe ich nun viele Antworten erhalten.

Obwohl ich zunächst Bedenken hatte, nicht so schnell wieder ins Geschehen zu finden, hat der Autor das sehr gut hingekriegt. Denn Teil 1 ist nach meinem Empfinden Ewigkeiten her – und doch bin ich ohne Probleme sofort wieder reingekommen in die Geschichte.

Ich möchte schwer hoffen, dass demnächst ein weiterer Teil erscheint.

Cyrus Haven

Der Protagonist ist sympathisch und hat eine interessante Backstory, die in beiden Teilen eine wichtige Rolle einnimmt. Trotz seiner schlimmen Erfahrungen kommt er mir nahbar vor, er agiert glaubwürdig und ich finde, dass er eine sehr gelungene Hauptfigur für eine Reihe ist.

Evie Cormac

Die fast volljährige „Angel Face“ lebt inzwischen unter dem Namen Evie Cormac in einer geschlossenen Einrichtung für Minderjährige. Sie hat extrem viel durchgemacht, ist eine rätselhafte, schlagfertige und sehr toughe Persönlichkeit. Sie ist ein „Truth-Wizard“ und hat wirklich so viel Potential. Ich lese gewiss viel, aber derart herausragende Charaktere begegnen mir nicht häufig.

Zwischen ihr und Cyrus besteht eine starke Verbindung, die man als Leser*in auch spüren kann. Zwei Überlebende, die sich gefunden haben, ohne dass sie sich gesucht hätten.

Stil

Michael Robotham ist ein Autor, den ich allgemein gerne lese. Auch aus der Joe O’Laughlin-Reihe habe ich viele Bücher verschlungen. Die Cyrus-Haven-Reihe gefällt mir aufgrund der Protagonisten aber tatsächlich noch einen Ticken besser.

Robotham schreibt fesselnd und spannend, ich bin sehr schnell vorangekommen und habe mich nicht eine einzige Sekunde gelangweilt. „Fürchte die Schatten“ ist temporeich und mitreißend, ich wüsste nicht, wie man die Story packender hätte schreiben können. Erzählform ist übrigens das Präsens, so dass man das Gefühl hat, live dabei zu sein. Das trägt vermutlich noch zusätzlich zum hohen Spannungsgefühl bei.

Cyrus und Evie erzählen in sich abwechselnden Kapiteln aus der Ich-Form, was mir äußerst gut gefallen hat.

Fazit

Wer Teil 1 gelesen hat, wird diesen 2. Band sicherlich lesen wollen. Und es lohnt sich. Super spannend und rasant erzählt. Und endlich Licht ins Dunkel bringend.

5/5!

Fürchte die Schatten: Cyrus Haven 2 – Psychothriller

480 Seiten / ISBN: 978-3-442-31506-2 / Übersetzung: Kristian Lutze


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