Der Hypnotiseur – Lars Kepler

Inhalt

Auf einem Sportplatz wird die Leiche eines Familienvaters entdeckt. Als man seine Angehörigen unterrichten will, wird erst das ganze Ausmaß der schockierenden Ereignisse in „Der Hypnotiseur“ sichtbar, denn seine Frau und seine Tochter sind ebenfalls brutal ermordet worden. Der Sohn überlebt als einziger schwer verletzt.

Kriminalkommissar Joona Linna von der Landeskripo erfährt durch Zufall von den Mordfällen, ist überzeugt davon, dass alles anders war, als die anderen denken, und will den Fall unbedingt übernehmen. Er bekommt seinen Willen, steht jedoch direkt wieder vor einer Hürde, denn als er erfährt, dass es noch eine Tochter gibt, die möglicherweise in Gefahr ist, muss er den versehrten Jugendlichen befragen – doch die Ärzte sind dagegen. Joona Linna nimmt Kontakt zu Erik Maria Bark auf. Der Experte für Traumabehandlung soll den Jungen hypnotisieren. Obwohl Erik das nie wieder machen wollte, erkennt er die Dringlichkeit, willigt ein – und erfährt Schockierendes…

Band 1

„Der Hypnotiseur“ ist Band 1 um den in Schweden ermittelnden Finnen Joona Linna. Dafür dass ihm eine ganze Reihe gewidmet wird, kommt er mir in der 638 Seiten langen Story definitiv zu kurz. Für mich wird er ganz locker von Erik Maria Bark, dem Hypnotiseur, als Protagonist ausgebootet.

Stil

Interessant ist, dass sich hinter dem Pseudonym Lars Kepler ein Ehepaar verbirgt. Das Autorenduo schreibt in der Gegenwart, manche Einschübe, die länger zurückliegen, werden dann entsprechend in der Vergangenheit geschildert, aber größtenteils spielt sich alles im Hier und Jetzt ab. Das ist gar nicht mal so häufig, aber im Grunde genommen auch nicht schlecht.

Manche Szenen scheinen sich zu wiederholen, ehe man feststellt, dass sie nun aus Sicht einer anderen Person geschildert werden. Gewöhnungsbedürftig.

Die Fälle

Das Buch beinhaltet praktisch mehrere Fälle. Einmal tritt Erik Maria Bark als Hypnotiseur auf und erfährt brisante Details von dem schwer verletzten Josef. Zum anderen muss er sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen, als er selbst in eine brenzlige Lage gerät. Joona Linna ist zwar an allen Dingen beteiligt, läuft aber irgendwie nur so nebenher. Wenn eine Adresse benötigt wird, nutzt er seine Kontakte, ansonsten kann er gar nicht wirklich etwas beitragen, weil sich alles von selbst ergibt bzw. Erik ihm Hinweise erteilt.

Mir hat der Kriminalroman, den ich eher als Thriller wahrgenommen habe, ganz gut gefallen. Er lässt sich flüssig lesen, die Geschichte konnte mich fesseln. Nicht so toll fand ich, dass man wenig über Joona erfährt und er auch nicht wirklich viel zur Aufklärung beiträgt. Außerdem ist die Story ziemlich unglaubwürdig. Stellenweise rutscht das Ganze in die „Gossensprache“ ab, womit man aber anscheinend bei solch kranken/psychotischen Menschen immer rechnen muss.

Fazit

Zu wenig Joona Linna für einen Joona-Linna-Kriminalroman. Oft arg abwegig. Trotzdem spannend. Ich bin den Nachfolgern nicht abgeneigt.

3,5/5!

Der Hypnotiseur: Schweden-Krimi. (Joona Linna, Band 1)


Reihenfolge

1 – Der Hypnotiseur
2 – Paganinis Fluch
3 – Flammenkinder
4 – Der Sandmann
5 – Ich jage dich
6 – Hasenjagd
7 – Lazarus
8 – Der Spiegelmann

2 Antworten

  1. Danke für deine Meinung und die Super-Rezi. Ich finde deine „reflektierter“ als meine, ich war irgendwann nur noch im Nerv-Modus. Aber du hast schon recht, sooo schlecht sind die Bücher nicht, v. a. eben auch spannend, sonst hätte ich sie nicht zu Ende gelesen.

    Bin gespannt, was du zu den anderen Teilen sagen wirst. :-)

  2. Ich fand es auch etwas irritierend, dass die Hauptfigur des Romans eher Erik ist, wie ja der Titel schon andeutet, es aber eine Reihe um Joona werden soll. Aber gut, ich hab mich ja weiter durchgelesen und ich mag die Reihe.

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