50 Sätze, die das Leben leichter machen – Karin Kuschik

Inhalt

In „50 Sätze, die das Leben leichter machen: Ein Kompass für mehr innere Souveränität“ teilt die Businesscoachin Karin Kuschik zahlreiche Botschaften, die uns helfen, Klarheit zu schaffen, uns beruflich und privat abzugrenzen, souverän aufzutreten. Sprachlos im Alltag? Die Formulierungen der Autorin sind eingängig, schnell rausgehauen und effektiv wirksam, so dass man nie mehr hilflos dasteht.

Einstieg – Ich hatte Zweifel

Die ersten Seiten machten es mir schwer. Ich mag knackigere Starts. Was ich damit meine, wird deutlich, wenn wir uns den Anfang anschauen (bitte nicht abschrecken lassen, das Buch lohnt sich):

In „Über dieses Buch“ werden durch Lobeshymnen Erwartungen geweckt. Mir war es etwas viel, die Frage, ob der Inhalt nicht allein überzeugen kann, bescherte mir Zweifel. Ich habe nichts gegen Komplimente, das spätere Kapitel zu diesem Thema kriegt meine volle Zustimmung. Dennoch wäre hier in meinen Augen weniger mehr gewesen, vor allem, weil es noch weitergeht. Es wirkte seitenfüllend auf mich. Als Werbemaßnahme mögen sich solche Zitate lohnen, wenn ich das Buch in Händen halte, will ich, dass es losgeht. Ich war heiß auf den eigentlichen Inhalt. Nun ja.

Es folgen eine kurze Vita, das Impressum, die lange Inhaltsübersicht und die Widmung.

Daran schließt sich ein Vorwort des Magiers und Hypnotiseurs Thimon von Berlepsch an. 

Die Einleitung enthält Anmerkungen zum Buch, die Autorin erklärt, wieso sie es geschrieben hat, wie sie es geschrieben hat. Sie gendert beispielsweise nicht, meint aber alle. Nachdem das geklärt ist…

… geht es endlich los.

50 Sätze, eingeflochten in wahre Geschichten

Jede*r erzeugt seine Gefühle selbst – und hier setzt Karin Kuschik an. Wie oft fehlinterpretieren wir das Verhalten anderer Menschen, steigern uns in etwas hinein, das nicht existiert? Muss das sein? Sollten wir uns vor (im Grunde unwichtigen) Alltagsproblemen ducken, wenn wir sie volley nehmen können?

Die 50 Sätze, die die Autorin ausgewählt hat, sind kein Hexenwerk. Sie sind unkompliziert, bleiben im Kopf. Oft drücken sie eine Haltung, eine Einstellung aus, enthalten Ich-Botschaften. Die Schwächen eines Abers, die Stärken eines Unds werden deutlich. Kleine Feinheiten mit großer Wirkung. Ich glaube daran, dass die Sätze bereichernd sind, wenn man sie denn anwendet. Meine Lieblinge habe ich mir herausgeschrieben.

Es gibt nicht nur die 50 Sätze. Auch in ihren Beispielen stecken markierungswürdige Formulierungen.

Für meinen Geschmack hätte der Alltagsgeschichten-Teil kürzer sein dürfen. Es ist gut, dass ein Situations-Beispiel gebracht wird, denn nicht jeder Satz passt in jeder Lage. Einige sind beruflich besser einsetzbar als privat, für beide Bereiche gibt es genügend Auswahl.
Wiederholt wird auf andere Kapitel Bezug genommen. Ich hätte sie gerne zusammen- oder näher zueinandergelegt gesehen, auch wenn betont wird, dass man das Buch nicht von vorne nach hinten lesen muss.

Abschließend erfahren wir, was uns der jeweilige Satz bringt (Klarheit, Respekt, Souveränität usw.). Daumen hoch dafür.

Unterhaltsam

Karin Kuschik schreibt erfrischend und amüsant. Sie findet die richtigen Worte, ist wirklich zu mir durchgedrungen. Immer wenn ich zu einem „Aber“ ansetzen wollte, haben mich ihre nachfolgenden Sätze beschwichtigt. Ich glaube, hier liest man die Coaching-Erfahrung von mehr als 20 Jahren heraus.

Mehrmals ist mir ein Lächeln entwischt. „Gute Besserung“ hat mich nicht nur erheitert, es ist auch eine der Ideen, die ich mir für entsprechende Gelegenheiten abgespeichert habe.

Die Zug-Story mit dem erkälteten Mann fand ich urkomisch. Das muss man erst mal bringen. Die Autorin ist echt konsequent. Respekt! Ich hätte den Kranken nie angesprochen, sondern still gelitten.
Apropos: Nicht jeder Satz wird jeder Person gefallen oder leicht über die Lippen gehen. Und:

Deeskalierend

Man muss nicht bei jeder Formulierung mitgehen. Das Buch regt an, Fragen zu stellen, statt sofort zurückzufeuern. Wir sollen hinschauen: Besteht ein Unterschied zwischen der eigenen Wahrheit und der Wirklichkeit? Die Ich-Botschaften wirken deeskalierend, zudem tritt man weniger rechthaberisch auf, wenn man den Vorschlägen der Autorin folgt. Dennoch erscheinen manche Sätze vielleicht unfreundlich, befremdlich oder lösen Widerwillen aus, andere eignen sich besonders für Selbstgespräche. Ich finde das okay. Das Schöne ist: Es gibt 50. Eine Auswahl, die für alle etwas bereithält. Man muss nicht mit dem Komplettpaket um sich schleudern, um souveräner aufzutreten und für sich einzustehen.

Fazit

Der Einstieg war mir zu lahm, ansonsten ist es ein tolles Buch aus dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung. Ich habe mir mehrere Sätze notiert – und ich werde sie benutzen (oder auch nicht, Lage-Änderung durch Haltungs-Änderung, ich weiß schon).

4/5!

 

Ein Kompass für mehr innere Souveränitat:

 

 

320 Seiten / ISBN: 978-3-499-00836-8


 

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