Die Teerose – Jennifer Donnelly

Inhalt

Fiona „Fee“ Finnegan ist 17 und arbeitet in „Die Teerose“ als Teepackerin. Eines Tages will sie raus aus der Fabrik, die monotone Arbeit hinter sich lassen und mit ihrem Freund Joe einen eigenen Laden eröffnen. Die beiden kennen und lieben sich seit Kindertagen. In etwa einem Jahr würden sie genug Geld gespart haben, um ihren Traum zu verwirklichen. Doch dazu kommt es nicht. Joe begeht einen folgenschweren Fehler, der sie entzweit. Und nicht nur das: Es ist das Jahr 1888, Jack the Ripper ermordet Frauen – und Fionas Leben gerät komplett aus den Fugen. Sie ist gezwungen, Whitechapel zu verlassen – mit nichts als

… ihrem kleinen Bruder,
… ein paar Erinnerungsstücken,
… Geld, das nicht ihr gehört,
… einer Wahrheit, die sie niemandem anvertrauen kann,
… Rachegedanken,
… der Adresse ihres Onkels, der sie nicht erwartet,
… einem gebrochenen Herzen und
… der Hoffnung auf eine neue Chance

im Gepäck.

Wird sie in New York ihr Glück finden?

Perfekt imperfekt

Ich habe es so sehr geliebt, dieses Buch zu lesen! Es fällt mir schwer, diese Rezension nicht mit Ausrufungszeichen und Großbuchstaben zu verseuchen, um meiner Begeisterung Ausdruck zu verleihen. Aber ich gebe mein Bestes.

Zunächst einmal: Dieses Buch ist nicht perfekt. Aber es ist für mich perfekt imperfekt.

Ist es vorhersehbar? Ja. Allerdings nicht komplett. Es gibt durchaus Entwicklungen, die man nicht erahnen kann.
Ist es voller Zufälle? Absolut. Hat mein Lesevergnügen aber nicht gemindert.
Ist es manchmal unglaubwürdig? Auf jeden Fall. Geschenkt!
Ist es dramatisch? Voll! Aber dadurch gibt’s auch viele Gelegenheiten zum Mitfühlen und -fiebern.
Ist es schnulzig? Och joa, hier und da. Oder auch: Hach, schön!

Ich habe alles verziehen, das ich an anderer Stelle vielleicht bemängeln würde. Es war mir egal. Ich habe die Seiten verschlungen und konnte überhaupt nicht genug kriegen von dieser ergreifenden Geschichte.

Die Charaktere

Wir verfolgen in „Die Teerose“ Fionas Schicksal, wir lernen ihre Familie und ihre große Liebe Joe kennen, ehe sie nach und nach fast alles, das ihr wichtig ist, verliert. Es war hart. Aber Fiona ist ein starker Charakter, sie ist mutig, fleißig und stark, sie gibt nicht auf. Und so habe ich ihren Schmerz gespürt, mit ihr gehofft und gebangt und ihr von Herzen alles gegönnt, was gut lief.

Auch die anderen Figuren haben mich überzeugt. Sie wirken real, viele sind sympathisch und einfach liebenswert. Insbesondere mochte ich Nick und die Tatsache, dass Fee ihn an ihrer Seite hatte. Aber auch Joe, ganz ehrlich, auch Joe mochte ich unheimlich gerne, und ich habe mich gefreut, dass wir auch immer wieder einen Einblick in sein Leben bekommen. So konnte ich noch mehr mitfühlen und auf einen guten Ausgang hoffen.

Auf die eine oder andere Art und Weise brutal

Die Autorin schreckt nicht davor zurück, ihren Figuren Leid zuzufügen. Jack the Ripper mordet, es fließt Blut, es gibt teils detaillierte Schilderungen. Herzen werden gebrochen, Krankheiten müssen ausgestanden, Kämpfe gewonnen werden. Es werden Fehler mit weitreichenden Folgen begangen. Ich saß mehrmals mit Gänsehaut oder Tränen in den Augen da und habe mich gefragt, was da noch kommen, was da noch durchzustehen sein mag. Niemand kommt zur Ruhe oder kann sich in Sicherheit wiegen, weder die Charaktere noch man selbst als Leser*in. Ich fand es ganz schön bitter, die ganzen Schicksalsschläge zu verfolgen. Die Geschichte hat mich gepackt, ich war involviert, was es alles andere als leicht gemacht hat. Es war ein schonungsloses Leseerlebnis, auf das ich gar nicht vorbereitet war – das aber rundum gelungen ist.

Stil

Der Schreibstil der Autorin hat mich zu 100 % überzeugt. Der Text hat mich sofort gefesselt. Ich habe feste Zeiten, in denen ich lese, und ich habe keine Probleme damit, diese einzuhalten. Ich schlafe echt gerne. Hier war das aber anders, es war jedes Mal ein Kampf, wenn ich dieses Buch weglegen wollte, weil ich es nämlich eben nicht wollte. Deswegen habe ich manchmal auch weitergelesen – mit dem Ergebnis, dass ich später wieder darum kämpfen musste, aufzuhören. Es gab für mich keine geeigneten Stellen, um auszusteigen.

Jennifer Donnelly schreibt bildhaft. Das Lesen war so unglaublich leicht. Es hat so viel Spaß gemacht. Trotz der vielen Seiten habe ich mich nicht ein Wort lang gelangweilt. Es gab für mich keine Längen, nichts, das man hätte streichen können. Es passierte so viel, dass die 688 Seiten absolut gerechtfertigt und nötig waren.

Die Autorin kann sowohl Schmerz rüberbringen als auch Spannung. Sie kann lebendige Figuren erschaffen, Freude transportieren. Sie kann intime Szenen schreiben. Sie kann den Schluss so qualvoll gestalten, dass ich Seiten überspringen wollte, ohne dass ich es wirklich wollte. Sie kann machen, dass ich fast 700 Seiten am Stück lesen – und dann die beiden anderen Teile der Trilogie anhängen will. Das muss man erst mal schaffen!

Trilogie

„Die Teerose“ ist Teil 1 einer Reihe. Die weitere Reihenfolge von Jennifer Donnellys Rosen-Trilogie lautet:

2 – Die Winterrose
3 – Die Wildrose

Und man wird es erraten haben: Ich werde sie lesen!

Fazit

Perfekt imperfekt! Spannend, dramatisch, romantisch. Absolut packend und fesselnd. Ich hab’s geliebt!

5/5!

Die Teerose: Roman

688 Seiten / ISBN: / Übersetzung: Angelika Felenda


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