Hendrik Groen – Eierlikörtage

Inhalt

„Eierlikörtage – Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre“ – so nennt sich der Roman, in dem der Protagonist seinen Alltag im Seniorenheim ganz offen beschreibt. Auch wenn er selbst nicht mehr ganz taufrisch ist, kann er das Gejammer und Gemecker seiner Mitbewohner nur schwer ertragen. Glücklicherweise hat er ein paar gute Freunde, mit denen das Leben doch ganz angenehm ist. Und noch mehr Spaß macht es, als die kleine Gruppe „Alanito“, den Club „Alt-aber-nicht-tot“ gründet, und Dinge erlebt, die viele im Altenheim ganz schön neidisch machen…

Meine Meinung zu „Eierlikörtage“

Definitiv ein nettes Buch. Die Hauptfigur hat selbst einige Gebrechen vorzuweisen, ist aber nicht gewillt, wie einige andere nur noch zeternd auf das Ende zu warten. Henk ist ein höflicher Mitmensch, möchte nun aber ein Jahr lang mal ganz ehrlich abrechnen mit dem Leben im Altenheim des Amsterdamer Nordens. Daher schreibt er Tagebuch. Nur ganz wenige Tage lässt er aus, Tage, an denen auch mal unschöne Sachen geschehen, mit denen er erst einmal fertig werden muss. Ansonsten versucht er, einen unzensierten Blick in das Seniorenheim zu geben und gleichzeitig auch positive Punkte zu finden, um nicht so mürrisch zu enden wie viele seiner Mitbewohner. Eine schöne Idee, wie ich finde.

Hendrik bringt die Fakten zu Papier, ohne die Wahrheit zu beschönigen. So wird man als Leser schon mal mit Inkontinenz, Durchfall, Demenz oder Selbstmordgedanken konfrontiert. Themen, die nun einmal zum ganz normalen Leben dazugehören, ob man nun selbst betroffen ist oder nicht.

Das Buch ist amüsant und traurig zugleich. Man darf jetzt nicht erwarten, dass man auf jeder Seite vor Lachen zusammenbricht, so ging es mir jedenfalls nicht. Es ist wie ein echtes Journal geschrieben, es möchte etwas bewegen und ist nicht krampfhaft auf Lacher aus. Es gibt die Geschehnisse rund um den Protagonisten wieder – und die sind nicht alle rosarot. Wenn seine engsten Freunde abbauen, kann man entweder zusehen – oder man kann es wie Hendrik machen und einen Pflegedienst der besonderen Art bereitstellen. Er ist wirklich sympathisch, der Herr Groen! Ich mochte ihn sehr und man wünscht sich direkt, dass man auch im hohen Alter und umgeben von Mimosen noch Lichtblicke wie ihn erleben darf.

Die Aufzeichnungen machen Mut. Sie übermitteln eine Botschaft und könnten damit den einen oder anderen durchaus dazu bewegen, noch etwas aus dem Leben zu machen. Die Zeit, die noch bleibt, zu nutzen, statt über das Essen oder Wetter zu nörgeln oder sich ausschließlich mit seinem eigenen Elend zu beschäftigen. Man muss ja nicht gleich Anschläge auf die Aquarien des Hauses erwägen, wie das der derbe Evert, bester Kumpel von Henk, macht – ein schöner Ausflug in den Zoo, um tierische Hinterteile zu fotografieren, tut es doch auch. ;)

Zwar gehe ich nur selten auf das Cover ein, aber: Ich mag es total!

♥-Zitat: „Solange man Pläne macht, lebt man.“ (S. 414, „Eierlikörtage“)

Fazit

Farbe in das triste Altenheim-Grau bringen? Schwung in die müden Knochen? Ich bin absolut dafür! Und all das hat Hendrik Groen sehr schön beschrieben in diesem Buch für jedermann, das vielleicht sogar ein bisschen motivierend ist.

4/5!

Eierlikörtage (Hendrik Groen 1): Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre

Eine Antwort

  1. Der Titel klingt sehr lustig :) Leider ist meine im Altenheim lebende Oma so dement, dass sie nicht mehr lesen kann bzw. sich nicht merken kann, was sie liest. Aber wenn sie es noch könnte, würde ich ihr das Buch schenken :D

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