Meine dunkle Vanessa – Kate Elizabeth Russell


„Meine dunkle Vanessa“ ist schwer zu lesen. Nicht vom Stil her, die Geschichte lässt sich gut und flott weglesen, ich war sehr gefesselt. Aber das Geschriebene ist wirklich schwer verdaulich. 

Es geht um Vanessa, die als 15-Jährige von ihrem Lehrer missbraucht wird, den Missbrauch aber nicht wahrhaben will, leugnet. Es ist schließlich Liebe und sie wollte es, oder? Wenn es überhaupt um Schuld geht, sucht sie diese bei sich. Wir lesen, wie sich die Sache anbahnt und abspielt. Es gibt explizite Darstellungen.
Und wir lesen von einer erwachsenen Vanessa, die sich fast 20 Jahre später der Tatsache stellen muss, dass es nun Vorwürfe und Ermittlungen gegen Jacob Strane gibt. War es doch keine Liebe? War sie selbst nur eine von vielen? Ein Opfer?

Kate Elizabeth Russell lässt Vanessa die Geschichte in der Ich-Form erzählen, wodurch einem das Ganze schrecklich nahegeht. Man erlebt alles mit, man weiß gar nicht, wohin mit seinen Gefühlen. Ich fand es teilweise richtig grausam und erschreckend, nicht leicht auszuhalten. Aber das Thema, die Debatte (#MeToo), das ist alles so wichtig – und ich finde, dass das Buch dazu sehr stark ist, eben weil es so eindringlich ist und authentisch wirkt. Es greift so viele bedeutsame Facetten auf: Das Infragestellen der Opfer, die Suche nach Ausreden für die Täter, das Wegschauen der anderen, hier insbesondere der Schule.

„Meine dunkle Vanessa“ ist definitiv keine leichte Lektüre, aber eine wichtige!

4/5!

Meine dunkle Vanessa: Roman – Der New-York-Times-Bestseller bei Amazon

448 Seiten / ISBN: 978-3-570-10427-9 / Übersetzung:  Ulrike Thiesmeyer


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