Simon Lelic – Ein toter Lehrer

Inhalt

Samual Szajkowski, ein junger Geschichtslehrer einer Eliteschule, wird gemobbt. Bei einer Schulversammlung zieht er plötzlich eine Waffe – und schießt.

Detective Lucia May ermittelt. Doch sie findet mehr heraus, als ihrem Chef lieb ist…

Mobbing

„Ein toter Lehrer“ behandelt ein sehr wichtiges, ernstzunehmendes Thema: Mobbing. Diesmal wird kein Schüler gemobbt, was wahrscheinlich eher die Regel ist, sondern ein Lehrer. Viele gegen einen. Die Idee finde ich gut. Hier erhält man mal einen anderen Einblick. Solche Thematiken aufzugreifen finde ich mutig und löblich.

Stil

Die Hintergründe der Ermittlungen erhält man nur durch Zeugenaussagen. Das hat der Autor originell gelöst. Der Leser schlüpft praktisch in Lucias Rolle, die die Ermittlungen führt und die Verhöre leitet. Die Fragen stehen nirgends, man liest sie aus den Antworten heraus. Eine gelungene, den Leser stark einbeziehende Art und Weise.

Leider haben mir die Zeugenaussagen aber nicht so gut gefallen. Sie sind durchgängig unangemessen, „rotzig“, lediglich eine einzige Schülerin gibt eine halbwegs vernünftige Schilderung ab. Natürlich dürfen die unwirschen Sätze nicht alle gestrichen werden. Es sind Jugendliche, es soll authentisch wirken. Aber einen Gang hätte man schon zurückschalten können, ohne dass die Sache gleich an Glaubwürdigkeit verliert.

Figuren

Walter, Lucias Polizei-Kollege, ist eine sehr unangenehme Person. Er teilt scheinbar sinnfrei aus und ist für mich einfach nur widerlich. Ein sehr klischeebehafteter Charakter, völlig überspitzt und zu grob gezeichnet. Er wirkt krampfhaft abstoßend, es kommt nicht mehr auch nur ansatzweise natürlich rüber.

Die Beamtin selbst ist mir fremd geblieben. Sie handelt zwar gut und richtig, wirkt aber unausgereift, bleibt zu blass.

Insgesamt

Als Leser fragt man sich natürlich: Warum? Auch wenn ich eine Ahnung hatte, ist die Auflösung noch brisanter als erwartet. Hätte man diesen Amoklauf verhindern können? Eine Frage, die noch einige Zeit nachhallt.

Alles in allem ist „Ein toter Lehrer“ ein Buch, das mich nicht wirklich überzeugen konnte. Schwache Personenzeichnungen, teils zu niveaulose Bemerkungen, wenig Spannung. Ich denke, man hätte mehr aus der Ausgangslage machen können.

Fazit

Wichtiges Thema, Umsetzung überzeugt mich aber nicht.

2,5/5!

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