Zwischen meinen Träumen – Mounia Jayawanth

Inhalt

„Nur diejenigen, die es versuchen, haben überhaupt eine Chance.“ (S. 298, „Zwischen meinen Träumen“)

Noah ist glücklich: Seit fast zwei Monaten ist er mit Lia zusammen, Samira ist seine beste Freundin, alles läuft gut – bis ihm jemand ein Geheimnis anvertraut, das er eigentlich nicht für sich behalten kann. Dennoch entscheidet er sich dafür, den Mund zu halten – mit fatalen Folgen…

Band 2

„Zwischen meinen Träumen“ ist die Fortsetzung von „Zwischen meinen Worten“ und ich möchte unbedingt empfehlen, zunächst den ersten Teil zu lesen. Zwar werden die Geschehnisse aus Band 1 an geeigneten Stellen knapp wiederholt, aber um das ganze Ausmaß und die Verbindung der drei zu verstehen, finde ich es wichtig, die Anfänge zu lesen.

Gleichzeitig hat mir das Vorwissen den Einstieg enorm erleichtert. Beim Vorgänger hatte ich noch Schwierigkeiten, mich einzufinden, habe ein paar Seiten gebraucht, um richtig interessiert zu sein. Hier war ich von Anbeginn an gefesselt. Die Handlung spielt knapp zwei Monate nach Band 1 und hat mir einige meiner offenen Fragen beantwortet.

Jugendbuch mit vielen wichtigen Themen

Schon im ersten Buch wurden viele wichtige Themen angesprochen, insbesondere im Hinblick auf psychische Krankheiten, Rassismus, Vorurteile und Ehrlichkeit. Diese Themen spielen weiterhin eine wichtige Rolle. Daneben geht es diesmal verstärkt um einen Suizid, emotionale Gewalt, Homofeindlichkeit, Eifersucht, Drogen und andere Abhängigkeiten. Ich fand, dass die Problematiken wieder gut eingebunden und behandelt wurden.

Hat mich mehr berührt

Tatsächlich hat mich „Zwischen meinen Worten“ auch nicht komplett kalt gelassen. Aber „Zwischen meinen Träumen“ ging bei mir noch eine Spur tiefer. Es fing schon mit dem Prolog an, der zehn Jahre vor der eigentlichen Geschichte spielt. Hier hatte ich direkt eine Gänsehaut. Die Peter-Pan-Sache aus dem Vorgänger hat mich hier viel mehr erreicht, weil viel mehr ins Detail gegangen wird. Erst jetzt kann ich den Konflikt aus dem ersten Band so richtig nachvollziehen. Die Idee, Noah in einem eigenen Buch Raum für seine Geschichte zu geben, war in jedem Fall eine gute.

Ganz besonders gefallen und teilweise auch berührt haben mich die schleichenden Veränderungen zwischen Noah und seinem Vater Ben.

Charaktere

Diesmal ist Noah der Protagonist des Buches – und er hat mir in seiner Rolle gut gefallen. Er kam mir authentisch vor.

Lia ist selbstverständlich weiterhin eine wichtige Figur. Auch in ihre Gedanken bekommen wir hin und wieder kurze Einblicke. Sie hat mich nach wie vor überzeugt.

Samira war mir in Teil 1 sehr sympathisch. Hier glänzt sie abermals mit ihrer sarkastischen Art – bekommt aber auch den einen oder anderen „Fehler“. Ich würde wirklich gerne einen dritten Teil mit ihr lesen, die Weichen sind schon gestellt, jedenfalls könnte ich mir gut vorstellen, in welche Richtung ihre Geschichte gehen würde.

Das Trio hat mich also wieder gekriegt. Aber auch diesmal konnten mich einige Figuren nicht überzeugen, weil sie mir zu überzogen vorkamen – und es vor allem zu viele von dieser Sorte gab.
Ich konnte auch nicht alle Handlungen der Personen nachvollziehen, die ich eigentlich gelungen fand. Bens Entscheidungen zum Ende hin sind so ein Beispiel. Oft habe ich gedacht: „Wieso macht er jetzt dieses oder jenes? Ist das sein Ernst? Kommt er nicht mal auf die Idee, … ?!“ Wie gesagt: Obwohl er mich im Großen und Ganzen überzeugt hat. Nur gegen Schluss waren viele seiner Entschlüsse für mich nicht glaubwürdig.

Aufbau

Die Geschehnisse aus Noahs Vergangenheit werden immer mal wieder eingebunden. Er erzählt aus der Ich-Form heraus.
Außerdem schreibt Lia auf Anraten ihrer Therapeutin Briefe an sich selbst, wodurch wir einen direkten Einblick in ihre Gefühlswelt kriegen.
Samira schreibt nach wie vor „Zwischen meinen Worten“-Zeilen.

Die Autorin beweist, dass sie Spannung erzeugen kann. Zum Finale hin steigert sich das Tempo merklich und die Verzögerungstaktik hat bei mir gewirkt, auch wenn ich letztlich nicht überrascht wurde.

„Zwischen meinen Träumen“ wird in 60 Kapiteln wiedergegeben.

Der Aufbau ist abwechslungsreich und hat mir erneut sehr zugesagt.

Fazit

Mounia Jayawanth behandelt in ihrem Fortsetzungsroman wieder allerhand wichtige Themen. Die Hauptfiguren konnten mich überzeugen, die Nebenfiguren haben mich teilweise einige Nerven gekostet. Insgesamt ist es ein berührender zweiter Teil, der mir ein paar meiner noch offenen Fragen beantwortet hat.

4/5!

Zwischen meinen Träumen: Roman

413 Seiten / ISBN: 9798678600202


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