Der Fänger im Roggen – J. D. Salinger

Inhalt

Holden Caulfield erzählt uns in „Der Fänger im Roggen“, was er letztes Jahr um Weihnachten herum erlebte. Er war zu diesem Zeitpunkt 16 und wusste, dass er nach den Ferien nicht mehr auf die Pencey Prep gehen durfte, weil er in vier von fünf Fächern durchgefallen war. Die Geschichte beginnt an einem Samstag. Ein Turnier sollte stattfinden, fiel jedoch aus, weil ihm als Manager der Fechtmannschaft auf dem Weg nach New York die Ausrüstung abhandenkam. Es war kein guter Tag für Holden – aber auch nur einer von vielen. Statt auf Mittwoch zu warten und nach Hause zu fahren, seinen Eltern den Verweis zu beichten, entschloss er sich, abzuhauen. Er stromerte durch New York, einsam inmitten der verlogenen Welt, die er sah. Ob er seinen Weg gefunden hat?

Holden Caulfield

Holden ist eine widersprüchliche Figur. Er hasst Scheinheiligkeit, hasst es, wenn ihm etwas vorgespielt wird – im echten Leben wie im Film. Trotzdem sagt er selbst nicht immer die Wahrheit.
Er behauptet, ungebildet zu sein, liest aber viel und besucht gute Schulen.
Holden findet alle verlogen – bis auf wenige Ausnahmen, insbesondere Kinder. Er liebt seine zehnjährige Schwester Phoebe und vermisst seinen verstorbenen Bruder Allie.

Ich glaube, dass Holden sich unterschätzt und von anderen Schlechtes erwartet, weil er viel Schlimmes erlebt hat. Er geht nicht näher darauf ein, erwähnt solche Dinge indirekt und beiläufig.
Er ist einsam und deprimiert, wendet sich an Menschen, die er nicht mag, um nicht allein zu sein. Er versteckt sich hinter Flüchen und Beleidigungen, scheint eine starke Meinung zu haben. Gleichzeitig bemerkt er Kleinigkeiten, ist sensibel und aufmerksam. Ich habe oft herausgelesen, dass er ein gutes Herz hat. Er wirkte so verloren, dass ich nicht anders konnte, als mit ihm zu fühlen.

Aufbau/Stil

„Der Fänger im Roggen“ ist in 26 Kapitel unterteilt. Es ist der einzige Roman von Jerome David Salinger, erschienen 1951, daneben gibt es einige Erzählungen/Kurzgeschichten.

Der Protagonist des Buches ist der Ich-Erzähler Holden Caulfield. Er erzählt uns von den Tagen, die sich im Dezember ereigneten, als er 16 Jahre alt und (unbewusst) auf der Suche nach Halt war. Holden spricht die Leser*innen mit „ihr“ an. Er hat eine eigene Stimme, nutzt wiederholt Wörter wie „piefig“. Er redet locker, umgangssprachlich, ja, flapsig. Ich glaube nicht, dass das den Geschmack von allen trifft, es ist gewöhnungsbedürftig. Ich habe mich darauf eingelassen, bin dem Jugendlichen nahegekommen. Wäre mir das nicht gelungen, hätte ich dem Werk kaum etwas abgewinnen können, denn einen umwerfenden Plot hat es nicht. Das Ende wird ebenfalls nicht ausschließlich Fans haben – ich fand es passend.

Fazit

Ein ruhiger Coming-of-Age-Roman mit größtenteils niederdrückender Stimmung. Sehr eigen erzählt. Ich habe mit dem guten Holden gefühlt.

4/5!

Der Fänger im Roggen: Roman

304 / ISBN: 978-3-462-03218-5 / Übersetzung: Eike Schönfeld


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