Der Marsianer – Andy Weir

Inhalt

Mark Watney ist Botaniker, Mechaniker – und Astronaut. In „Der Marsianer“ gehört er der Mission „Ares 3“ an. Die Crew erreichte nach 124 Tagen den Mars und wollte 31 Tage auf der Oberfläche arbeiten, doch ein Sandsturm macht die Pläne zunichte. Als die Vorgesetzte, Commander Lewis, sich an Sol/Marstag 6 zum Abbruch entschließt, ist Mark, der von irgendetwas getroffen wurde, plötzlich verschwunden. Verschiedenes deutet darauf hin, dass sie ihn maximal tot finden könnten, deshalb brechen sie ohne ihn auf. Mit fatalen Folgen – denn Mark lebt!

Eigentlich nicht mein Buch

Das ist ein Buch, das mich nicht hätte ansprechen dürfen. Es liegt thematisch ganz weit außerhalb meiner Komfortzone. Ich meine: Science-Fiction?! Es gibt so viele technische Infos, chemisches Zeug usw. Aber aus irgendeinem Grund habe ich dem Ruf eines Spontankaufs nachgegeben. Und beim ersten vorsichtigen Reinlesen stellte ich fest: Hey, das ist echt unterhaltsam geschrieben. Und um das mal vorwegzunehmen: Es geht so weiter!

Spannend trotz der vielen Erklärungen

Der Einstieg war großartig. Mark erzählt und erklärt – und zack, kommt ein knackiger und erschreckender Satz. Ich habe mich immer ein bisschen gefühlt, als würde er mich mit seinen Erläuterungen in Sicherheit wiegen – und dann gnadenlos überfallen. Bäm! Voll brutal. Aber meine Aufmerksamkeit war ihm dadurch die ganze Zeit über sicher. Manchmal war ich kurz davor, gedanklich abzuschweifen – aber eben nur kurz davor. Denn dann kam mir wieder in den Sinn: „Gleich kommt irgendetwas, das du ganz sicher nicht verpassen willst!“ Und so war es auch.
Manchmal steht das beängstigende Detail nicht am Ende, sondern am Anfang, die ganze Geschichte liest sich abwechslungsreich und bevor Monotonie aufkommen kann, kommt ein Schockmoment dazwischen. Ganz schön clever eingefädelt, Herr Weir!

Jedenfalls war ich von Anfang an voll dabei und auch wenn das Lesen mit der Zeit etwas weniger überfallartig auf mich wirkte, verlor es kein bisschen der vorherrschenden Dramatik – es geht hier schließlich die ganze Zeit über ums Überleben. Dramatischer geht’s halt nicht.

Mark Watney

Mark Watney ist ein verdammt cooler Charakter. Ich mochte ihn so gerne, konnte mir ihn so gut vorstellen, er wirkte so real! „Der Marsianer“ ist ein Buch voller Probleme – aber es ist auch ein Buch voller Lösungen. Mark ist ein intelligenter und kreativer Problemlöser. Ich hatte echt Respekt beim Lesen. Es ist beinahe einschüchternd, auf was für Ideen er so kommt. Er ist dabei aber nicht überheblich, er tüftelt und freut sich über seine Fortschritte, er ist humorvoll und sympathisch. Ich würde ihm vertrauen und hatte öfter so absurde Gedanken wie „Sollte ich jemals auf dem Mars stranden, möchte ich ihn bitte dabei haben. Oder wenigstens eine Verbindung zu ihm, damit er mir sagt, was ich tun soll.“ Der Gedanke ist nicht nur wegen der Mars-Strandung sonderbar, sondern zeigt auch sehr schön, wie ernst ich die Figur Mark Watney genommen habe, wie lebendig er rüberkam.

Locker geschrieben

Es gibt keine Sätze, bei denen ich in Jubel ausbrechen wollte, weil sie so herrlich poetisch daherkommen. So ein Buch ist das nicht. Aber die lässige Erzählweise ist passend, weil Mark ein cooler Typ ist. Er berichtet zu großen Teilen aus der Ich-Form heraus (es gibt auch einige Kapitel mit anderen Figuren, wenige Teile sind auch über Mark und nicht aus seiner Sicht geschrieben). Dabei gewinnt man den Eindruck, er würde die Leser*innen direkt mit „Sie“ ansprechen. Er schreibt das Logbuch in der Hoffnung, dass es irgendwann gefunden wird – und spricht diese Hoffnung, diesen Finder an. Durch diese Tagebuch-artigen Einträge lernt man ihn und seine Gedanken genau kennen, wodurch ich eine richtige Verbindung zu ihm aufbauen konnte.

Finale

Ich musste eine Lesepause einlegen, als ich in etwa eine halbe Stunde vorm Ende der Geschichte stand – und es war die Hölle! Das Finale ist extrem spannend und es hat mich so viele Nerven gekostet, nicht einfach alles andere hinzuschmeißen und diesen Roman zu beenden. Ja, so ein Buch ist das! Ich stand unter Strom, bis ich endlich wusste, wie es ausgeht. Ich hätte nie gedacht, dass mich „Der Marsianer“ auch nur annähernd so fesselt. Nie, niemals. Aber es ist ein schönes Beispiel dafür, wie sehr es sich lohnt, mal die Komfortzone zu verlassen. Ich hätte hier ansonsten echt was verpasst.

Verfilmung

Ich kenne – wie üblich – die Verfilmung nicht, aber es gibt sie. Matt Damon spielt die Hauptrolle in dem 2015er Film „Der Marsianer – Rettet Mark Watney.“

Fazit

Ich fand’s überraschenderweise super fesselnd und spannend – von Anfang bis Ende! Zwar konnte ich mit manchen Details und Beschreibungen wenig anfangen, habe aber trotzdem nie das Interesse verloren, weil es immer zur richtigen Zeit einen kleinen Schockmoment gab. Mark ist ein toller Charakter und ich habe seine Geschichte unglaublich gerne gelesen!

4/5!

Der Marsianer: Rettet Mark Watney – Roman

512 Seiten / ISBN:  978-3-453-31691-1 / Übersetzung: Jürgen Langowski

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