Ein Fluch so ewig und kalt – Brigid Kemmerer

Inhalt

Prinz Rhen, Thronerbe von Emberfall, hängt fest. Über 300x ist er in „Ein Fluch so ewig und kalt“ 18 geworden, genauso oft ist der Herbst in den Herbst übergegangen. Seit er verflucht wurde, ist Kommandant Grey sein einziger Verbündeter. Der 20-Jährige hat die Gabe, auf die Seite der Menschen zu gehen. Zu Herbstbeginn hat Grey jeweils eine Stunde Zeit, ein Mädchen auszuwählen, mit deren Hilfe er den Fluch zu brechen hofft. Doch diesmal geht etwas schief. Er lässt die Auserwählte zurück und nimmt stattdessen Harper aus Washington D. C. mit auf Schloss Ironrose. Sofort fällt auf: Harper ist anders als die Bisherigen. Sie ist mutig, tough. Sie kämpft – zunächst gegen Rhen und Grey, später für Emberfall. Aber das reicht nicht, um den Fluch zu brechen. Dies ist Rhens letzter Versuch – wird er scheitern?

Die Hauptfiguren

Brigid Kemmerer lässt in ihrem Fantasy-Roman glaubwürdige Charaktere auftreten, mit denen ich bangen konnte:

Harper aus Washington D. C. ist die Protagonistin des Buches. Sie hat Zerebralparese. Ich schreibe extra nicht, dass sie darunter leidet, denn das tut sie nicht. Sie ist eine entschlossene Heldin, eine Kämpfernatur, die sich nicht unterkriegen lässt – trotz und mit der Zerebralparese.
Ich konnte mir Harper gut vorstellen, fand sowohl die Entwicklungen mit Rhen und Grey als auch die Beziehungen zu ihrer Familie überzeugend dargestellt. Ihre Mutter ist schwer krank, ihr Bruder in Schwierigkeiten verwickelt – und Harper in einer Zwickmühle.

Rhen ist der Kronprinz von Emberfall. Er wurde von der Zauberin Lilith mit einem Fluch belegt und muss eine Aufgabe erfüllen, um sich davon zu befreien. Hunderte Versuche schlugen fehl, sein Königreich ist seit fünf Jahren in Armut versunken – und ihm bleibt nur noch eine Chance.
Rhen hat mir in seiner Rolle einigermaßen zugesagt. Das, was er sagt und tut, fand ich stimmig. Sein Schicksal ist düster. Dennoch hat mich ein anderer Charakter stärker überzeugt als er:

Grey.
Grey ist der Kommandant von Rhen. Seine loyale, unerschrockene und (unterschwellig) humorvolle Art hat mir gefallen. Die Chemie zwischen Harper und ihm war für mich fühlbarer als die von Harper und Rhen.

Rhen und Harper erzählen in abwechselnden Kapiteln aus der Ich-Form heraus ihre Geschichten. Ich mochte beide Einblicke. Zum Abschluss schlüpft Grey in die Rolle des Ich-Erzählers.

Spannender Einstieg

Auf den ersten Seiten war ich überzeugt, diesem Buch die volle Punktzahl zu geben. Es hat mich sofort gefesselt. Da der Text im Präsens verfasst ist, hatte ich das Gefühl, alles live mitzuerleben. Ich war so gespannt, was mit Harper geschehen würde. Wo ist sie hineingeraten? Was hat es mit Emberfall auf sich? Wird sie zu ihrer Familie zurückkehren?

Die Fragen reißen nicht ab, denn nach und nach wird man ins Bild gesetzt. Gibt es das Ungeheuer wirklich? Wann wird es auftauchen? Ist es besiegbar? Kann der Fluch gebrochen werden?

Im Mittelteil passierte mir zu wenig. Ich vermisste Details.
Lilith, die Zauberin, hat eine entscheidende Rolle inne, tritt aber für mein Empfinden zu selten und nicht abwechslungsreich genug auf. Auch die Hintergründe zu Karis Luran waren dürftig. Da wäre mehr gegangen.

Was mir gefallen hat, ist die Echtheit, die in dieser fantastischen Geschichte Platz hat. Ich mochte zum Beispiel die Ungläubigkeit, die Harpers Bruder Jake dem Ganzen entgegenbringt, oder die Tatsache, dass sich nicht auf Teufel komm raus passende Gefühle einstellen. Es erscheint alles authentisch und nachvollziehbar.

Zum Ende hin verfiel ich in den Leserausch, den ich vom Anfang kannte. Es wäre vieles nötig gewesen, damit ich den Roman freiwillig zur Seite gelegt hätte. Hier wartet allerdings einiges Gemetzel auf die Leser:innen. Es wird nicht bis ins Kleinste geschildert, aber es spritzt durchaus eine Menge Blut. Laut Verlag ist das Buch ab 14 Jahren geeignet.

Zum Schluss animiert ein Cliffhanger dazu, die anderen Bände zu lesen.

Trilogie

„Ein Fluch so ewig und kalt“ ist der Auftaktband der Emberfall-Reihe. Es handelt sich um eine Märchenadaption von „Die Schöne und das Biest“. Die weitere Reihenfolge der Trilogie lautet:

2 – Ein Herz so dunkel und schön
3 – Ein Schwur so mutig und schwer

Fazit

Den Einstieg fand ich superspannend, das Ende dramatisch. Ich mochte die Charaktere und habe mit ihnen gefiebert. Ein paar mehr Feinheiten hätten nicht geschadet.

3,5/5!

Ein Fluch so ewig und kalt: Roman

560 Seiten / ISBN: 978-3-453-27252-1 / Originaltitel: A curse so dark and lonely / Übersetzung: Henriette Zeltner-Shane


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