Harlan Coben – Kein Lebenszeichen

Inhalt

In „Kein Lebenszeichen“ erfahren wir, dass vor elf Jahren Wills Exfreundin ermordet wurde. Ken, Wills Bruder, soll der Täter gewesen sein – er tauchte unter und wurde letztlich für tot erklärt. Auf dem Sterbebett erklärt seine Mutter Will nun, dass Ken doch noch lebt. Ist das tatsächlich wahr? Oder sind die Medikamente der Auslöser für diese unglaubliche Nachricht? Will beginnt zu recherchieren – und gleichzeitig verschwindet seine Lebensgefährtin…

Figuren

Will, der Protagonist und Ich-Erzähler, ist wahrlich kein Held, wie man sich ihn vorstellt. Er wird als feiges Weichei dargestellt, als Mitarbeiter einer Hilfsorganisation, der eigentlich mit den auf der Straße vorherrschenden Schicksalen kaum umgehen kann. In diesem Buch muss er nun aber beweisen, dass er auch anders kann. Das macht er zugegebenermaßen ganz gut. Trotzdem bleibt er – und das gilt im Übrigen eigentlich für fast alle handelnden Personen – recht blass, was ich ein wenig schade finde.

Bekanntes Schema

Coben bemüht sein gewohntes Schema: Eine totgeglaubte Person soll doch noch am Leben sein. Hier verschwindet dann mit Sheila, Wills Freundin, gleich noch eine wichtige Figur. Man könnte meinen, diese Versteckspielchen werden mit der Zeit langweilig, aber ich kann das so nicht bestätigen. Ich finde durchaus immer wieder Gefallen an seinen konstruierten Geschichten. So ganz clever war es aber nicht, zwei Cobens hintereinander wegzulesen. Ich würde einen zeitlichen Abstand empfehlen, da man sonst einfach zu viele Parallelen sieht. Nicht dass man dem Ganzen noch überdrüssig wird. Das will ich nicht. Ich mag den Autor, ich mag, dass er seine Bücher in kurze und viele Kapitel unterteilt, flüssig schreibt, mich immer kriegt, häufige Wendungen einbaut und es nie öde wird. Bei seinen Werken konnte ich mir bisher stets sicher sein, schnell durchzukommen, selbst wenn ich am Ende mal nicht so begeistert war.

Verlauf

Der Thriller bezieht das FBI mit ein, die Mafia, äußerst gerissene Typen. Es gibt schon ein paar blutige Gewaltszenen. Mir hat die Suche, die Will auf eigene Faust mit seinem Kumpel, den ich ziemlich gut dargestellt fand, und der Schwester seiner ersten (und ermordeten) großen Liebe unternimmt, weitaus besser gefallen.
Auch wenn der Autor wieder einige Überraschungen einbaut, konnte ich manche Teile der Auflösung durchaus erahnen. Das ist ja aber immer noch besser als etwas völlig an den Haaren Herbeigezogenes. Wobei man auf Realitätsnähe bei Coben sowieso besser nicht hoffen sollte.
Schön auch, dass am Ende alles restlos aufgeklärt wird.

Es ist nicht meine Lieblingsstory des Autors, aber durchaus eine, die gut unterhält. Da ich ja das 2in1-Buch und beide hintereinander gelesen habe, kann ich sagen, dass mir „Kein Sterbenswort“ und „Kein Lebenszeichen“ beide gefallen – sie sind sich aber auch ziemlich ähnlich und haben beide ihre Schwächen. Ich kann da keinen großen Unterschied machen, weshalb ich auch die gleiche Bewertung abgeben werde – aber es ist knapp.

Fazit

Guter Thriller von Harlan Coben, der sich mal wieder wegliest wie nichts. Die Figuren könnten dem Leser allerdings gern noch näher gebracht werden. Teils ziemlich brutal.

4/5!

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3 Antworten

  1. Ich finde die Bücher inhaltlich alle so ähnlich, dass ich nun schon seit ein paar Minuten überlege ob ich das Buch nun gelesen hab oder nicht. Aber ich glaub schon :D

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