Julie Hastrup – Die Toten am Lyngbysee

Inhalt

In „Die Toten am Lyngbysee“ wird, wie der Titel schon vermuten lässt, eine Tote gefunden – und zwar auf einer Bank am Lyngbysee. Seltsam hergerichtet – in auffälligen Kleidern, stark geschminkt und einparfümiert – sitzt sie dort, wirkt fast lebendig. Wie sich herausstellt, handelt es sich nicht um die Kleidung des Opfers, auch die Schminke und der Duft stammen offenbar vom Täter. Doch was bezweckt er mit dieser Inszenierung?

Reihe

„Die Toten am Lyngbysee“ ist Band 4 der Rebekka-Holm-Reihe. Auch die Vorgänger Vergeltung, Blut für Blut und Todessommer habe ich gelesen. Ich würde empfehlen, die Reihenfolge einzuhalten, weil auch das Privatleben der Ermittlerin eine große Rolle spielt und man so über die Entwicklungen im Bilde ist.

Figuren

In diesem Teil hat sich vieles getan. Der Chef der Mordkommission ist ein neuer, die Frage des Stellvertreters noch offen. Hat Rebekka eine Chance auf den begehrten Posten? Außerdem ist sie noch dabei, die Dinge, die sie im vorherigen Band erleben musste, zu verarbeiten. Angst ist ein ständiger Begleiter geworden, selbst zu Hause fühlt sie sich nicht mehr sicher. Kraft schöpft sie aus ihrer noch recht frischen Beziehung – allerdings gibt es auch hier einige Hindernisse zu überwinden. Gleiches gilt für ihre beste und einzige Freundin Dorte, die gerade im siebten Himmel schwebt – doch irgendetwas stimmt nicht. Reichlich Stoff, um die Geschichte auch außerhalb des Falls am Laufen zu halten.

Fäden

Wir haben es hier genau genommen mit vier Strängen zu tun. Zum einen verfolgt man die Polizeiarbeit, insbesondere an der Seite von Rebekka und ihrem Partner Reza. Die Ermittlungen verlaufen recht realistisch, jedenfalls finde ich es immer sehr glaubwürdig, wenn ein Fall nicht innerhalb von ein paar Stunden gelöst ist, sondern auch mal ins Stocken gerät.

Dann erhält der Leser aber auch Einblick in die Gedankenwelt des Täters und in das Leben von Astrid, deren Rolle im Verlauf des Buches immer wichtiger wird. Und letztlich ist da noch Finn, der klar macht, was für bizarre Seiten das Internet bereithält. Dieser letzte Faden hat mich anfangs wirklich gestört, einfach weil das Ganze so unglaublich merkwürdig ist. Allerdings sollte man sich davon nicht abschrecken lassen, denn diese Einblicke haben recht schnell ein Ende.

Insgesamt hat mir dieser Teil wieder besser gefallen als Todessommer, der sich im Mittelteil recht zog. Auch wenn es hier ebenfalls nicht Schlag auf Schlag zugeht, gibt es doch so viele interessante Entwicklungen, dass es nie langweilig wird. Es handelt sich in meinen Augen um solide Krimikost; nichts unglaublich Atemberaubendes, nichts, was sich mit großer Überraschung auflöst, gerade weil man über anwachsendes Täterwissen verfügt. Aber es ist doch ein Thriller, der gut zu unterhalten weiß. Die Autorin legt falsche Fährten und bietet dem Leser mehrere Verdächtige an. Mir gefällt die Reihe ganz gut und ich finde es gelungen, dass zum Ende hin wieder mehrere spannende Andeutungen gemacht werden, die neue Richtungen für das nächste Werk schaffen.

Fazit

Guter 4. Teil der Dänemark-Reihe von Julie Hastrup!

4/5!

Die Toten am Lyngbysee (Rebekka-Holm-Reihe 4): Thriller


Reihenfolge

1 – Vergeltung
2 – Blut für Blut
3 – Todessommer
4 – Die Toten am Lyngbysee
5 – Stiller Hass

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