Der Mädchenwald – Sam Lloyd

„In diesem Spiel ist die mächtigste Figur die Dame.“ (S. 191, „Der Mädchenwald“)

Das passiert

Eigentlich will die 13-jährige Elissa nur an einem Schachturnier in Bournemouth teilnehmen, doch das Ganze endet in einem Alptraum: sie wird entführt.

Das sind die Personen

Elissa

… ist als Entführungsopfer eine unserer Hauptfiguren. Sie hat mir sehr gut gefallen, sie ist clever und hat bemerkenswerte Gedanken und Einfälle. Allerdings hilft ihr das in ihrer ausweglosen Situation auch nicht – oder?

Unser Protagonist Elijah

… ist 12 und in Isolation aufgewachsen. Er besucht Elissa in ihrem Versteck, will sich mit ihr anfreunden. Er schildert die Ereignisse als einziger in der Ich-Form. Man fragt sich die ganze Zeit, was mit ihm los ist, was er verbirgt, wie sein Leben bisher ausgesehen hat, warum er Elissa helfen will – und dann irgendwie auch doch wieder nicht. 

Und letztlich gibt es noch Einblick in die Ermittlungsarbeit, nämlich durch

Detective Superintendent Mairéad,

… die nebenher noch einen ganz anderen Kampf austragen muss, nämlich den um ihr eigenes Kind.

So habe ich das Lesen empfunden

Ich fand die Geschichte einerseits recht interessant und fesselnd, insbesondere durch die gelungenen Charaktere. Die kurzen Kapitel haben mir auch gefallen, der Autor kann damit grundsätzlich gut Spannung aufbauen. Es gibt auch die eine oder andere Wende. Andererseits hatte ich das Gefühl, ewig zu brauchen und zu lange auf der Stelle zu treten.

Vielleicht hätte man das Ganze abkürzen sollen. Wären die Kapitel länger gewesen, hätte ich wahrscheinlich noch größere Probleme mit dem Weiterlesen gehabt. Insgesamt fiel es mir leicht, das Buch auch mal wegzulegen. Das ist schade, gerade bei so rätselhaften Stories, bei denen man eigentlich unbedingt schnell die Auflösung haben will.

Zum Ende hin wurde es insgesamt besser, es gibt einen ordentlichen Showdown, man fiebert mit. Aber die Abschnitte zuvor waren mir zu eintönig und lang und werden dadurch auch nicht komplett kompensiert.

Abschließend hätte ich gerne noch etwas mehr an Auflösung gehabt, ein paar Dinge werden zwar angedeutet, aber nicht näher ausgeführt. Für mich bleiben einige Fragen (zu) offen. Auch andere eigentlich wichtige Personen bleiben sehr blass.

Mein Fazit

Insgesamt ist „Der Mädchenwald“ ein mittelmäßiges Buch für mich, mit gelungenen Protagonisten und gutem Showdown, aber zuvor mit zu vielen eher langweiligen Passagen und einigen offenen Fragen am Ende.

3,5/5!

Der Mädchenwald

448 Seiten / ISBN: 978-3-499-00113-0 / Übersetzung: Katharina Naumann


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