Sebastian Fitzek – Das Paket

Für Emma Stein kommt es einem Alptraum gleich, dass ihr Postbote sie bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen. Die junge Psychiaterin wurde Opfer eines Serientäters, verlässt seit der schrecklichen Tat das Haus nicht mehr und kann keine Menschen in ihrer Nähe ertragen – schon gar nicht einen Nachbarn, von dem sie noch nie gehört hat. Trotzdem ist es plötzlich da, in ihrem doch so gut gesicherten Zuhause: Das Paket, das tatsächlich einen Alptraum nach sich zieht…

„Das Paket“ ist am 26.10.2016 als Psychothriller erschienen. Als Fan von Fitzeks Büchern dieses Genres musste ich es natürlich unbedingt haben, auch wenn ich momentan eher wenig Zeit zum Lesen finde. Und doch: Es war so spannend, dass ich mit den 368 Seiten im Nu fertig war.

Protagonistin des Buches ist die Psychiaterin Emma Stein, die nach einer Vergewaltigung völlig zurückgezogen lebt. Sie weiß, dass sie, wie schon einmal in ihrem Leben, Hilfe braucht, findet aber nicht die Kraft, sich diese zu holen. Früher, als kleines Kind, war sie davon überzeugt, dass ein Geist in ihrem Schrank hockt; heute ist sie paranoid, kann bis auf ihren Mann und ihre beste Freundin keine Menschenseele neben sich ertragen. Nach und nach kristallisiert sich die Frage heraus, inwiefern Emma eigentlich glaubwürdig ist. Hat sie die Schreckensnacht wirklich erlebt oder ist auch diese nur eine Ausgeburt ihrer blühenden Phantasie? Warum ist der Täter bei ihr so anders vorgegangen als bei den anderen Opfern – warum lebt Emma?

Auch wenn mir Emma nicht übermäßig sympathisch war, finde ich sie als Hauptfigur gelungen. Ich konnte mich zwar nicht in sie und ihre Gedankenwelt hineinversetzen, habe aber dennoch mit ihr gefiebert und bin ihre absurden Entscheidungen und Wege mit ihr gegangen. Wäre sie eine „klarere“ Figur, wäre die ganze Geschichte nicht möglich gewesen.

Die meisten anderen handelnden Personen bleiben relativ blass, obwohl sie sicher Potential hätten. Das ist etwas schade, insbesondere bei Jorgo, den ich sehr interessant fand.

Fitzek hat es mit „Das Paket“ geschafft, mich zu fesseln und zu verwirren. Was stimmt, was nicht? Wer ist verdächtig – und bei wem streut der Autor unberechtigte Zweifel? Die Story ist definitiv nicht ohne Weiteres zu durchschauen. Insofern ist dieses Buch für mich mal wieder eines seiner stärkeren. Einige Szenen sind so richtig schön „psycho“ und beängstigend, wie ich das in dieser Kategorie auch erwarte.
Dass man bei Fitzeks Psychothrillern keinen Wert auf Realitätsnähe legen sollte, ist hoffentlich hinlänglich bekannt. Denn auch in diesem Werk geht es oft absolut unglaubwürdig zu. Einige Dinge sind diesmal so unvorstellbar, dass ich mich allerdings schon wundere, dass der Autor uns das ernsthaft so verkaufen möchte und keine einleuchtendere Erklärung bzw. keinen anderen Weg gefunden hat, um die Geschehnisse aufzulösen.
Trotzdem bleibt es dabei: Ich wurde großartig unterhalten und konnte meinen Kindle kaum aus der Hand legen, was sicher auch an den relativ kurzen Kapiteln und den fiesen Cliffhangern lag.

Am Ende des Buches feiert der Autor sein 10-Jähriges und veröffentlicht einige E-Mails seiner Leser. Eine schöne Sache, ich habe auch diese gerne gelesen.

Fazit:
Völlig abgehoben, aber auch sehr spannend!

4/5!

Zum Buch bei Amazon.

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