Thees Uhlmann – Sophia, der Tod und ich

Inhalt

Thees Uhlmann erzählt hier eine sehr skurrile Geschichte:
Eigentlich macht er die Tür fast nie auf. Heute schon. Und auf Überraschung 1 folgt Überraschung 2: Geklingelt hat der Tod. Er will ihn abholen, 3 Minuten Lebenszeit bleiben ihm noch. Doch auch der Tod wird überrascht, nämlich von Sophia, der Ex-Freundin des Protagonisten, die plötzlich Sturm klingelt. Und so kann der sympathische Sensenmann seine Arbeit nicht verrichten. Es kommt zu einem Aufschub, der für den Todgeweihten, den Tod und die eine oder andere weitere Person die beste Zeit überhaupt wird.

Leseeindrücke

Was für ein verrücktes Buch! Da will uns der Autor doch tatsächlich erzählen, dass der Tod in Gestalt eines Menschen, der dem Protagonisten auch noch recht ähnlich sieht, auftritt, ein netter Typ und für so einigen Spaß zu haben ist. Die Vorstellung der meisten dürfte von dieser Version leicht abweichen. Nun kann man zwei Dinge machen: Das Ganze als Schwachsinn abtun und sich anderen Büchern widmen. Oder aber sich auf diese mal so völlig andere Story einlassen und eine wirklich komische (merkwürdige UND unterhaltsame) Geschichte erleben. Ich empfehle Letzteres. Nicht umsonst ist Vivian, die mich auf das Buch gebracht hat, ziemlich ins Schwärmen geraten.

Dem Tode geweiht, kommt in den Ich-Erzähler, der ein zurückgezogenes Leben führte, auf einmal Bewegung. Keine Angst, keine Hektik, aber einen Wunsch verspürt er: Er möchte seinen Sohn sehen. Und das geht, so wollen es die Regeln, die der Tod mitbringt, nur, wenn alle gemeinsam fahren. Alle, das sind der fußballbegeisterte Protagonist, der mysteriöse Tod, die ruppige Sophia und die Hugenotten-Mutter des eigentlich langweiligen Helden. Und so nimmt das Abenteuer um die vier seinen Lauf.

Der Roman von Thees Uhlmann ist lustig erzählt und lässt sich sehr flüssig runterlesen. Außerdem ist er völlig abwegig. Nicht nur die ganze Idee, auch die Feinheiten, wie beispielsweise die Reaktionen aller Beteiligten auf die Todesbotschaft. Keiner reagiert in dem Ausmaß, das man erwarten würde. Hätte ich mir etwas mehr Realismus gewünscht? Nein. Eigentlich bin ich ein Fan davon, ja. Aber hier sollte wohl die Stimmung nicht so arg gedrückt werden. Außerdem will das Buch einfach überhaupt nicht glaubwürdig sein. Es will trotz ernstem Thema locker-leicht daherkommen. Punkt. Von daher bin ich mit allem größtenteils einverstanden. Zumal man dennoch eine gewisse Ernsthaftigkeit und vor allem die Botschaft, die hinter alldem steht, erkennt. Nämlich jeden Tag zu nutzen. Das Leben zu leben. Bevor plötzlich der Tod klingelt.

Fazit:

Tolltolltoll würde die Grand-maman wohl sagen. Und ich schließe mich an.

4/5!

Sophia, der Tod und ich: Roman

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