Wer einmal lügt – Harlan Coben

Inhalt

„Wer einmal lügt“ erzählt die Geschichte von Megan Pierce. Sie könnte glücklich sein: Sie hat einen liebenden Ehemann, zwei Kinder und lebt im Luxus. Was niemand ahnt: Ihr fehlt dennoch etwas. Und zwar ihr früheres Leben in Atlantic City – als Stripperin. Erfolgreich hat sie 17 Jahre lang ihre Vergangenheit geheim gehalten, nun droht sie sie einzuholen. Denn sie ist nicht grundlos geflohen – und nun ist wieder ein Mord geschehen…

Dialogstark

Mein erster Coben – und ich bin zufrieden. Ein gelungener Thriller, bei dem mir vor allem eines auffiel: Sarkasmus. Viele der handelnden Personen ereifern sich in Spötteleien, so dass die Dialoge alles andere als einschläfernd sind. Sie kommen locker und authentisch rüber, gerade das ist oft gar nicht so einfach. Anfangs dachte ich mir zwar, dass es wohl besser wäre, wenn eine einzige Person durch ihren Zynismus besticht, anstatt dass dieser fast alle befallen hat, aber letztlich habe ich mich durchaus daran gewöhnt.

Figuren

Protagonistin Megan lebt eine Lüge – und das seit 17 Jahren. Wieso sie damals abgehauen ist, bleibt ewig verborgen. Eine Frage, die mich durch das Buch gejagt hat. Die Ausgangssituation ist keinesfalls neu, aber immer wieder gut zu gebrauchen. Gewundert hat mich in diesem Zusammenhang allerdings die Einstellung des Ehemannes und der Schwiegermutter, die hier und da einst leise Zweifel an ihrem Hintergrund erahnt, jedoch nichts gesagt haben. Schwer vorstellbar. Aber manchmal ist die Angst vor der Wahrheit wohl einfach größer als die Furcht vor der Ungewissheit. Insofern konnte ich mich selbst mit diesem mir unverständlichen Verhalten anfreunden. Ansonsten handeln die Figuren in meinen Augen glaubwürdig und Coben schreibt problemlos Bilder in meinen Kopf. Ohne Anstrengung lief ein glasklarer Film vor meinen Augen ab und ich war total gefangen.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und allesamt auffällig. Megan mit ihrer Lebenslüge, Ermittler Broome mit seiner Schwäche für seine Exfrau und seiner Hartnäckigkeit in diesem lange zurückliegenden Fall. Ray Levine ist ein buchbarer Paparazzo, der tief gefallen ist – und als Leser fragt man sich ständig, was er verbirgt. Diese Leute stehen im Fokus und können dort auch überzeugen. Die Nebendarsteller machen sich aber auch gut in ihren Rollen. Ich habe das Ende nicht abgesehen, aber letztlich ist es eines, bei dem man sich denkt: „Ja, klar, das macht Sinn!“

Tempo

Ich empfand „Wer einmal lügt“ als spannend, allerdings auch mal eher auf die ruhige Art und Weise. Klingt vielleicht merkwürdig, aber ich meine damit schlicht und ergreifend, dass sich die Ereignisse nicht ständig überschlagen, man aber trotzdem immer am Ball und gespannt bleibt. Ich wollte das Buch nie weglegen. Der Thriller bietet auch ein paar schlimmere Szenen, die nicht gerade kurz abgehandelt, sondern schon etwas ausgeschlachtet werden. Hier ist dann der bildliche Schreibstil nicht gerade von Vorteil für mich. Aber da muss man in Werken dieses Genres natürlich immer mit rechnen. Für meinen Geschmack schenkt der Autor diesen Stellen aber schon etwas viel Leidenschaft. Ansonsten ist das Tempo-Auf-und-Ab gelungen.

Serie

Das Buch wurde, wie viele andere des Autors auch, verfilmt. Ende Dezember 2021 erschien die Miniserie auf Netflix.

Fazit

Gute Unterhaltung. Lebendige und frische Schreibweise. Interessante Charaktere. Spannend bis zum Schluss. Ein paar blutige Passagen dürften für mich aber ruhig kürzer und weniger dynamisch daherkommen.

4/5!

Wer einmal lügt: Thriller


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